LESS
Über LESS
LESS ist die Abkürzung für Late Effects Surveillance System, auf Deutsch in etwa Spätfolgen-Beobachtungssystem. Das UKSH Campus Lübeck fing 2014 damit an, eine der ersten interdisziplinären Nachsorge- bzw. Vorsorgesprechstunden für junge Erwachsene nach einer Krebserkrankung in Deutschland anzubieten. Als spezialisierte Anlaufstelle setzt man sich zum Ziel, eine umfassende Beratung und Versorgung dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe zu gewährleisten. Die Nachsorgesprechstunden richten sich an alle ehemals an Krebs erkrankte Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die heute mindestens 18 Jahre alt sind und deren Krebsbehandlung mindestens fünf Jahre zurückliegt.
Historie von LESS
Im Jahr 1988 beauftragte der Vorstand der GPOH Jörn D. Beck (Erlangen) mit dem Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes zur Erfassung von Spätfolgen nach Krebserkrankungen im Kindesalter. Er erhielt von der GPOH den Auftrag, die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft Spätfolgen zu leiten. Ziel war es, die Nachsorge der Überlebenden zu vereinheitlichen und zu verbessern, sowie Therapiestudien bei der Entwicklung nebenwirkungsarmer Behandlungskonzepte zu unterstützen.
1988 wurde eine Expertengruppe gebildet, die ein Nachsorge-Methodenspektrum entwickelte, das ganzheitlich, unter Einbeziehung der Lebensqualität, risikoadaptiert, organsystembezogen und therapiestudienübergreifend eingesetzt werden kann. Das Konzept gliederte sich zur Erfassung der Spätfolgen in einen Basisbereich (für den Kinder-/ Hausarzt) und einen Erweiterungsteil für Spezialisten. Darüber hinaus konnten innerhalb der Therapiestudien mit genauerer Kenntnis von Spätfolgen nebenwirkungsärmere Behandlungspläne entwickelt werden. Das Erlanger Nachsorgeteam hat das Projekt „ZNS-Spätfolgen nach ALL-Behandlung im Kindesalter“ zunächst retrospektiv und dann prospektiv durchgeführt. Die Nachsorge von Kindern und Jugendlichen nach einer Stammzelltransplantation wurde beschrieben. Ehemalige Mor- bus-Hodgkin-Patienten wurden von Günther Schellong und Wolfgang Dörffel im Rahmen von Therapiestudien regelmäßig zu Spätfolgen befragt. Mit dem ersten, von der Arbeitsgemeinschaft Spätfolgen 1995 beschriebenen Nachsorgeraster konnten in einer großen prospektiven Studie bei zahlreichen Sarkompatienten zum Teil erhebliche Spätfolgen nachgewiesen werden. Diese Aufbauarbeiten zur Spätfolgenforschung und Langzeitnachsorge wurden u.a. von der Deutschen Krebshilfe gefördert.
Die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Spätfolgen zur Nachsorge wurden in der Folgezeit in Form von Leitlinien für die GPOH ständig überprüft, optimiert und in den folgenden Jahren bei den AWMF publiziert: 1997, 2001, 2005, 2008, 2013 und 2020.
In der I-BMF-SG war Jörn D. Beck Gründungsmitglied des Early and Late Toxicity and Education Committee (ELTEC). Unter der Leitung von Guiseppe Masera (I-BMF-SG) verabschiedeten nordamerikanische und europäische Experten die Erice Erklärung. Sie betonte die Notwendigkeit und das Recht auf Unterstützung für überlebender Kinder und Jugendlicher mit Krebs.
Die Erice Erklärung war richtungsweisend für die Arbeit des 2008 von Lars Hjorth gegründeten, europäischen PanCare Netzwerkes mit J.D. Beck als Gründungsmitglied, auch für die Projekte PanCareLIFE und PanCareSurfup, wo er Mitglied des Ethical and Scientific Board war. In Zusammenarbeit mit der International Guideline Harmonisation Group wurde ein globales Netzwerk zur Unterstützung der überlebenden aufgebaut.
Im Jahr 2007 übergab die GPOH die Leitung der etablierten Spätfolgen- und Langzeitnachsorgeprojekte an Thorsten Langer (siehe auch Expertengremium Late Effects Surveillance System (LESS). (www.nachsorge-ist-vorsorge.de/)).
Expertengremium Spätfolgen-LESS
Das Expertengremium Spätfolgen (Late Effects Surveillance System, LESS), setzt sich aus der Studiengruppe und der Studienkommission zusammen und wird seit 2007 von Thorsten Langer geleitet. Der Schwerpunkt der Arbeit besteht in der retro- und prospektiven, multizentrischen Spätfolgenerfassung und -bewertung.
Diese Expertengruppe mit dem Studienleiter Thorsten Langer, gewählt auf der GPOH Mitgliederversammlung 2007, erstellt in enger Zusammenarbeit mit den Therapiestudien der GPOH, den verschiedenen anderen Gruppen, z.B. Arbeitsgruppe Lebensqualität oder der RISK Arbeitsgruppe der Radiotherapeuten, Leitlinien für die Erfassung von unerwünschten Spätfolgen in der Behandlung der verschiedenen Tumorerkrankungen, strukturiert die Transition von der Betreuung/Behandlung vom Kindesalter in das junge Erwachsenenalter, errichtet neue Versorgungsstrukturen für die Nachsorge/Vorsorge geheilter krebskranker Kinder, wenn diese Erwachsene geworden sind, und führt retro- und prospektive Studien zum Thema Spätfolgen in der (Langzeit-) Nachsorge ehemals krebskranker Kinder und Jugendliche durch. In dem gut strukturierten Netzwerk werden Daten Therapiestudienübergreifend über organ- oder medikamentenbezogene Spätfolgen erfasst, analysiert und ausgewertet.
Die Nachsorgeempfehlungen und Nachsorgeleitlinien werden gemeinsam mit den bundesweiten Therapiestudien und unter Nutzung der International Guideline Harmonisation Group, (IGHG) Guidelines, fortlaufend erarbeitet und publiziert. Internationale Kooperationen bestehen im europäischen PanCare Netzwerk und werden in verschiedenen im Rahmen von EU-geförderten PanCare Projekten realisiert.
Im Rahmen der Versorgungsforschung werden neue gezielte grundlagenorientierte Fragestellungen vor allem mit Hilfe retrospektiver Studien bearbeitet, z.B. ,,Bedeutung von genetischen Polymorphismen auf die Pharmakokinetik von Hoch-Dosis-Methotrexat bei Kindern mit einer akuten lymphoblastischen Leukämie“, „Bedeutung von genetischen und klinischen Faktoren für die Entwicklung von Cisplatin-induzierten Hörschäden bei Osteosarkom-Patienten“ oder „Ursache und Früherkennung der Anthrazyklin-induzierten Kardiomyopathie bei Kindern und Jugendlichen nach Behandlung eines Nephro- oder Neuroblastoms“.
Die Expertengruppe beteiligt sich auch an anderen Projekten, z.B. der VIVE-Evaluation zum Gesundheitszustand der ehemaligen Patienten seit 1980 mit einer Befragung von ca. 10.000 ehemaligen krebskranken Kindern und Jugendlichen sowie an den nationalen und internationalen Survivorship Passport Projekten. In den aktuellen AWMF S1 Leitlinien „Langzeit-Nachsorge von krebskranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – Vermeiden, Erkennen und Behandeln von Spätfolgen“ sind diese Spätfolgen und die Nachsorge beschrieben. register.awmf.org/assets/ guidelines/025-003l
Wegweisende Projekte der Expertengruppe Spätfolgen, LESS und ihrer Konsortialpartner sind: (1) Verbesserte psychosoziale Versorgung in der (Langzeit-) Nachsorge und Vorbereitung der Transition (AELKI Studie). Primärziel der Studie ist der Aufbau und die Evaluation einer risikoadaptierten, multidisziplinären, leitliniengerechten Transition und Langzeitnachsorge. Es wird untersucht, ob diese zu einer verbesserten Versorgung von krebskranken Kindern und Jugendlichen führt, verbunden mit einer höheren Selbstwirksamkeit bei den Betroffenen und ihren Eltern. (2) Versorgungslücke für heute Erwachsene von der Krebserkrankung geheilte Kinder und Jugendliche (LE-Na Studie). Das Ziel ist der Ausbau, die Evaluation und die Implementierung von Nachsorge-Strukturen in Deutschland für ehemals krebskranke Kinder und Jugendliche, die nun erwachsen sind. Gleichzeitig sollen ehemalige Patientinnen über Spätfolgen informiert und die Prävalenz von Folgeerkrankungen in dieser Kohorte prospektiv erfasst werden, um die Nachsorge-/Versorgungsangebote in der Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse der Patientinnen abzustimmen. (3) VersKiK Studie – Verbesserung der Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Krebs. Auf der Basis von Daten der gesetzlichen Krankenkassen wird untersucht, wie die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung in Deutschland optimiert werden kann. Ziel ist es, Schwachstellen in der Versorgung zu identifizieren und Empfehlungen zur Verbesserung der Qualität der Behandlung und Nachsorge zu erarbeiten. Seit August 2013 ist der Sitz der LESS-Studienzentrale (Studienleiter Thorsten Langer) am Universitätsklinikum Lübeck. (www.nachsorge-ist-vorsorge.de/)
Das LESS Team

Leitung

Prof. Dr. med. Thorsten Langer
Leitung Langzeitnachsorge
Interdisziplinäre Nachsorge-Sprechstunde für Kinder & Jugendliche
Leiter Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Telefon: 0451 500 42816
E-Mail: thorsten.langer@uksh.de

Dr. med. Judith Gebauer
Leitung Langzeitnachsorge
Interdisziplinäre Nachsorge-Sprechstunde für Erwachsene
Fachärztin Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie
Telefon: 0451 500 43072
E-Mail: judith.gebauer@uksh.de
Ärztliches Team
Dr. med. Sarah Rieken

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene
Assistenzärztin in Weiterbildung zur Hämato-Onkologin
Telefon (Sprechstunde): 0451 500 43072
E-Mail: sarah.rieken@uksh.de
Dr. med. Sophia Valeska Köhler

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene
Fachärztin
Telefon (Sprechstunde): 0451 500 43072
E-Mail: sophiavaleska.koehler@uksh.de
Dr. med. Robert Bonacker

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Kinder- und Jugend- Hämatologie und Onkologie, Kindersprechstunde
Telefon (Sprechstunde): 0451 500 43072
E-Mail: robert.bonacker@uksh.de
PD Dr. Dipl.-Psych. Ingo Menrath

Projektleitung LaNCa und AELKI
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderendokrinologe und -diabetologe
E-Mail: ingo.menrath@uksh.de
Organisationsteam
Antje Gradlowsky

Sprechstundenorganisation, Projektassistentin
Telefon: 0451 500 43072
Fax: 0451 500 42964
E-Mail: antje.gradlowsky@uksh.de
Niels Christian Friedrichsen

Assistenz Team Langzeitnachsorge, Administrative Aufgaben und Verwaltung
Telefon: 0451 500 52701
E-Mail: nielschristian.friedrichsen@uksh.de
Psychosoziales Team
M. Sc. Psych. Christin Riebe

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene,
Projektmitarbeit Onkotruck, Psychologin
Tel.: 0451 500-42833
E-Mail: christin.riebe@uksh.de
Dipl.-Sozialpäd. Volker Krötz

Psychosoziale Langzeitnachsorge Kinder und Jugendliche, Psychosozialer Dienst, Pädiatrischer Psychoonkologe (GPOH/PSAPOH)
Telefon: 0451 500 42860
E-Mail: volker.kroetz@uksh.de
Dipl.-Psych., Dipl.-Theol. Birte Hesselbarth

Psychosoziale Langzeitnachsorge Kinder und Jugendliche, Neuropsychologische Diagnostik, Psychologische Psychotherapeutin
Telefon: 0451 500 42861
E-Mail: birte.hesselbarth@uksh.de
Wissenschaftliches Team
Hannah Baltus

Projektmitarbeit AELKI, Statistikerin am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
E-Mail: hannah.baltus@uksh.de
Celina Arendt

Projektkoordination LE-Na, Sozialrechtliche Beratung in der Interdisziplinären Nachsorgesprechstunde für Erwachsene
E-Mail: celina.arendt@uksh.de
Franziska Richter

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene, Sportwissenschaftlerin
E-Mail: franziska.richter@uksh.de
Gabriel Blüder

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene, Sportwissenschaftler
Telefon: 0451 500 42985
E-Mail: gabrielelias.blueder@uksh.de
Dr. Susanne Elsner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
E-Mail: susanne.elsner@uksh.de
Franziska Hein

Interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für Erwachsene, Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin
E-Mail: franziska.hein@uksh.de
Cassandra Runow

Doktorandin
Justus Bruns

Social Media




