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Spätfolgen nach einer Krebserkrankung
Mehr als 80 % der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland überleben ihre Krebserkrankung dank hervorragender, stetig weiterentwickelter Therapiemöglichkeiten. Durch die zur Heilung eingesetzten Therapien können jedoch auch viele Jahre später noch Folgeerkrankungen, sogenannte Spätfolgen, auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Inwiefern dies der Fall ist, hängt von der erhaltenen Therapie und den individuellen Risikofaktoren der Patient:innen ab. Die Spätfolgen können unterschiedliche Organe betreffen, aber auch neurologische oder psychologische Auswirkungen haben. Durch unser Angebot der Langzeitnachsorge können mögliche Spätfolgen der Therapie frühzeitig erkannt, behandelt oder gar vermieden werden.
Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der am meisten verbreiteten, körperlichen und psychosozialen Spätfolgen und Langzeitfolgen mit Links zu hilfreichen weiterführenden Informationen.
Langzeitfolgen und Spätfolgen
Im Allgemeinen wird unterschieden zwischen Langzeitfolgen, d.h. Probleme, die auch 5 Jahre nach der aktiven Behandlung und Therapie noch bestehen, und Spätfolgen, die nach der Genesung und meist auch erst nach Jahren auftreten können. Zudem gibt es Spätfolgen, die insbesondere nach einer Strahlentherapie auftreten können. Sowohl Langzeit- als auch Spätfolgen können die Lebensqualität erheblich einschränken.
Körperliche Spätfolgen
Körperliche Spätfolgen können durch die Schädigung gesunder Organe entstehen. Dieser Schaden kann sich auch erst im Verlauf der Zeit entwickeln. Mögliche betroffene Organe, die durch eine Chemotherapie oder Bestrahlung geschädigt wurden, können zum Beispiel das Herz-Kreislaufsystem, das Gehör oder auch das Nervensystem sein. Es können beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen oder chronische Schmerzsyndrome entstehen. Auch ein vermindertes Hör- oder Sehvermögen oder Einschränkungen des Bewegungsapparates können eine Folge sein.
Neuropsychologische Beeinträchtigungen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder auch eine verminderte Fertilität und Unfruchtbarkeit können unter anderem auch Langzeitfolgen einer intensiven Behandlung und Therapie sein.
Psychosoziale Spätfolgen
Neben den körperlichen Folgeerkrankungen können ehemalige Krebspatienten auch an psychosozialen Spätfolgen leiden. Diese lassen sich jedoch oftmals nur schwer als solche identifizieren.
Psychologische Spätfolgen betreffen die Gedanken- und Gefühlswelt. Beispielsweise kann es durch eine Bestrahlung des Kopfes zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen kommen. Eine Operation mit sichtbar bleibenden Veränderungen kann sich auf das Selbstbewusstsein negativ auswirken.
Soziale Spätfolgen beziehen sich auf das soziale Umfeld und die Umgebung. Eine schwere Erkrankung kann sich auch auf die sozialen Beziehungen des Betroffenen auswirken und diese negativ beeinflussen. Lange Abwesenheitszeiten in Schule oder Beruf können auch die psychosoziale Entwicklung und die individuelle Lebensqualität beeinflussen.
Zu den psychosozialen Spätfolgen gehören unter anderem das Fatigue-Syndrom (ein chronisches Müdigkeitssyndrom), Schlafstörungen, krankheitsbezogene Ängste, Depressionen, soziale Anpassungsschwierigkeiten oder auch kognitive Funktions- bzw. Leistungseinschränkungen wie Probleme mit der Konzentration, der Aufmerksamkeit oder dem Gedächtnis.